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Umbau der Horex Regina auf 12V-Lichtmaschine

und elektronische Zündung

Die Idee schwebte schon lange in meinem Kopf: "richtiges Licht" an der Maschine, keine Zündung mehr einstellen müssen, vernünftige Regelung des Ladestromes, eine günstige Batterie benutzen können - das wär's doch!

Die Zündspule hatte ich zwar aus thermischen Gründen schon vor einigen Jahren unter den Tank gelegt und auch einen elektronischen Laderegler installiert. Aber jetzt sollten Nägel mit Köpfen gemacht werden.

Also im Internet gesucht, Umbauberichte von anderen Horexfahrern studiert und letztendlich bei mz-b (www.mz-b.de) fündig geworden. Der Preis von 420 Euronen ließ mich zwar erstmal schlucken, aber die Anlage sah ordentlich verarbeitet aus und auch die Einbauanleitung war ausführlich aufgebaut.

Also flugs bestellt und nach wenigen Tagen traf sie dann ein.

Es konnte losgehen. Als erstes mal das originale Elektrogeraffel unter dem Lichtmaschinendeckel einschließlich Grundplatte entfernt und die neue Grundplatte mit Stator montiert. Das sieht doch schon mal viel übersichtlicher aus! Nun noch den Kolben auf OT gestellt und den Rotor mit der Markierung an der richtigen Stelle festgeschraubt.

Nun mussten noch Zündspule, Steuergerät, Gleichrichter und Ausschaltrelais untergebracht werden.

Um den Umbau nicht gleich auf den ersten Blick erkennen zu lassen, wollte ich möglichst alles unter dem Tank unterbringen. Nach einigen Fehlversuchen hatte ich dann ein Halteblech herausgetüftelt, das alle Module aufnehmen konnte. Nun geht es unter dem Tank zwar etwas eng zu, aber alles hat seinen Platz und es gibt keine unnützen Kabellängen . Die Kabelverbindungen zwischen den neuen Modulen waren alle vorkonfektioniert und im Schaltplan schön beschrieben.

Die Batterie wurde bisher an Ihrem originalen Platz auf dem Öltank immer mit schöner Regelmässigkeit durch die Vibrationen gekillt. Deshalb habe ich jetzt eine einfache 12 Volt-Batterie (gibt's schon für 10 Euronen z.B. bei Tante Louise) in den Kofferaum des Beiwagens montiert. Grundsätzlich lässt sich die neue Anlage auch ohne Batterie betreiben, da der Zündstrom nun von einem Schwunglichtmagnetzünder (wie bei den alten BMW-Boxern) erzeugt wird. Das Zündschloss der Horex verfügt aber nicht wie die BMW's über einen Kontakt, der beim Abziehen des Zündnagels Masse an die Zündspule legen kann, um den Motor abzustellen. Wenn man also ohne Batterie fahren möchte, muss man noch einen Taster am Lenker montieren, der diese Aufgabe übernimmt. Oder aber wie ich mit Batterie fahren und den Motor über ein Relais abstellen (ist im Umbausatz enthalten).

Alle Glühbirnen mussten nun natürlich noch gegen 12V-Versionen getauscht werden. Da es die Becherbirnen für die Kontrolllampen nicht in einer 12V-Ausführung gibt, habe ich einfach zwei Stücke von einem Kupferrohr abgesägt und die Lampen dort hineingeschoben. Damit passen sie genau in die alte Fassung und es ist eine günstige Lösung. Da die neue Lichtmaschine 150 Watt leistet, kann man den Rücklichtern und der Begrenzungsleuchte am Seitenwagen auch das eine oder andere Watt mehr spendieren. Früher war das Rücklicht nur bei völliger Dunkelheit zu erkennen, nun strahlt es sogar bei Tageslicht!

Um nun auch vorne die Strasse standesgemäß auszuleuchten, habe ich den H4-Einsatz einer BMW R75/5 in die Lampe gesetzt. Der passt prima ohne Änderungen hinein und macht die Nacht zum Tag !

Eine Fotoserie zum Umbau findet man hier.

 

Alles in allem bin ich von dem Umbau begeistert! Das tolle Licht, stabiler Leerlauf (lässt sich jetzt problemlos auf ein langsames tuff-tuff-tuff herunterregeln) und ruhiger Motorlauf. Der Umbau war relativ einfach durchzuführen und auch die Unterstützung durch Edgar Uher von mz-b per E-Mail (ich hatte dann doch noch ein paar Fragen ) war vorbildlich.

Und auf den ersten Blick sieht alles einigermassen Original aus. So genau nehme ich es aber nicht, für mich steht zuverlässige Technik im Vordergrund. Von Original-Fetischisten wurden mir auch schon die Hochschulterfelgen oder die Resi-Bremse im Vorderrad als Frevel vorgeworfen. Aber ich habe lieber stabile Räder und eine halbwegs vernünftige Bremswirkung (so ein Gespann wiegt ja doch etwas mehr).

Das Gespann ist kein Ausstellungsstück, es wird von mir und meinem Sohn auch gefahren, nicht nur bei schönem Wetter.

Wenn jemand Fragen zum Umbau hat, bitte eine Mail senden. Ich beantworte sie dann gerne.

 

(Holger, Mai 2005)