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Eine kleine
Geschichte von meinem Freund Carlo Bourjau |
Untreu geworden, wie konnte
das nur passieren?
Es geschah an einem ganz normalen
Freitag im August, einem schönen Sommertag. Niemand hat damit rechnen
können, nichts deutete darauf hin, dass sich an diesem Tag mein Leben
schlagartig ändern sollte.
Mein Freund Holger hatte mir von
ihr erzählt, so ganz nebenbei. Doch irgendwie ließ sie mich nicht los.
Meine Phantasie begann auf Hochtouren zu laufen. Jeder Versuch, meine
Gedanken zu zügeln und wieder normal zu denken, schlugen fehl.
So war es auch eigentlich kein Wunder, dass ich an diesem Freitag nach
Dienstschluss nicht wie gewohnt nach Hause fuhr, sondern meinem Weg nach
Rethwisch bei Bad Oldesloe lenkte. Dort sollte ich sie antreffen können,
hatte Holger gesagt. Ich hatte ein schlechtes Gewissen; genau wie
damals, als ich zum erstenmal die Schule schwänzte. Aber ich beruhigte
mein Gewissen in dem ich mir einredete, was soll denn schon passieren ?
Eine zufällige Begegnung, vielleicht einer kleiner Flirt, aber mit
Sicherheit nichts ernstes. Zu Hause würde ich, wie in einem schlechten
Film, von Überstunden im Büro erzählen. Ich kam dort an; die letzte
Chance, mein Schicksal in den geordneten Bahnen zu lassen - vertan,
vorbei. .......
Da stand sie!! Jung, bezaubernd,
voller Energie; so sexy in ihrem kleinen Schwarzen mit den zarten weißen
Streifen; schlank und an den richtigen Stellen auch rund; die pure
Versuchung - und ich ihr Opfer! Ich war sofort hin und weg! Mit weichen
Knien ging ich auf sie zu. Meine Bekannten Karl-Heinz und Knut, die dort
arbeiteten, stellten sie mir vor. Wenn ich im Leben nie an Liebe auf den
ersten Blick geglaubt habe - alles Lüge, es gibt sie, und wie!! Ich
brannte lichterloh. In diesem Moment wusste ich: Jetzt hast Du ein
Problem! Egal, nach mir die Sintflut, dachte ich. Wir verbrachten einen
Nachmittag wie ich ihn bisher nicht erlebt hatte. Zögernd nahm ich sie
an die Hand, aber ich spürte sofort, dass sie es auch wollte! Nach
kurzer Zeit der gegenseitigen Eingewöhnung ließen wir uns gehen und den
Gefühlen freien Lauf. Wir durchstreiften Wiesen, Felder und Wälder; es
war unbeschreiblich schön! Wahre Liebe! Oder ....?
Nach und nach kam der Verstand
zurück. Erste Gewissensbisse quälten mich: Carlo, was machst du da? Bist
gerade 41 Jahre und dann ein Verhältnis mit ‘ner anderen? Und dann so
eine junge? Was ist mit den vielen schönen Jahren mit deiner alten? Das
hat sie doch nicht verdient! Sie hat dich nie im Stich gelassen, war
immer für dich da. Durch dick und dünn, an guten wie an schlechten
Tagen. Gut, sie ist nicht mehr die jüngste, aber du doch auch nicht! Man
hat sich im Laufe der Jahre auf einander eingespielt, ist tolerant und
verzeiht sich Fehler und Schwächen. Und die Neue? Wird sie halten, was
sie dir jetzt in den schönsten Tönen ins Ohr flüstert? Welche
Bedürfnisse hat sie? Wird sie zu deinem finanziellen Ruin? Alle anderen
Wünsche in den Hintergrund stellen und dich vielleicht dem Spott derer
aussetzen, die dieses phantastische Gefühl der Freiheit nicht kennen?
Was werden die Kinder sagen, wenn du plötzlich mit ‘ner Neuen nach Hause
kommst?
Und dann wiederum die Blicke der
anderen, die uns Frischverliebte auf unserem Ausflug begegnen, wie
neidisch sie schauen! Und ich so stolz mit meiner schönen Neuen - und
dem schlechten Gewissen! Wie sollte das nur weitergehen oder enden? Auf
jeden Fall würde sich etwas ändern, das war mir klar, aber wie und was?
Eine jahrelange, gute Beziehung einfach aufgeben und das Abenteuer mit
einer neuen suchen? Vernunft walten lassen und diese aufregende
Begegnung einfach vergessen? Unmöglich! Oder eine Dreiecksbeziehung
eingehen, die nach gesundem Menschenverstand nicht bestehen kann? Rat-
und rastlos, aufgewühlt in meinem Inneren, beendeten wir unseren ersten
gemeinsamen Nachmittag an diesem Freitag im August, die Sommersonne
neigte sich dem Ende zu. Hilfesuchend wandte ich mich an meine Freunde,
aber ich wusste, die letzte Entscheidung lag natürlich bei mir und
......
Inge. Nachdem ich meiner Frau
Inge die neue BMW R 100 Mystic gezeigt hatte und sie ebenso begeistert
war wie ich, haben wir ausgiebig für und wider diskutiert, die
Sparbücher eingesehen und uns dann entschieden, die gute alte R 80/7 zu
behalten und die Neue zusätzlich in unsere Familie aufzunehmen.
Danke, liebe Inge! Und Schande
über alle, die je etwas anderes gedacht haben!!!
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